Voice over IP - Internettelefonie mit einfachen Worten erklärt
Seit
dem die ehemaligen KaZaA-Gründer mit Skype die so genannte
Internet-Telefonie (Voice-over-IP) auf den Weg gebracht haben, haben
sich weitreichende Veränderungen auf den Telefonmarkt ergeben,
und zwar weltweit.
Konnten die Telefonanbieter noch vor zehn Jahren Milliarden an US-Dollar
an Umsätze und Gewinne durch die Telefondienste einfahren, so
gehen die Einnahmen über die herkömmlichen Telefonnetze
immer weiter zurück. Außerdem wurde aus den hunderten von
einzelnen Telefonnetzen weltweit ein einziges globale Netz, und zwar
das Internet.
Skype wurde im Jahre 2003 zum ersten Mal angeboten, seinerzeit
allerdings noch in Form einer eingeschränkten Community-Gemeinde.
Wenn die Gespräche zu Anfang auch noch sehr blechern klangen
war es dennoch schon möglich, Gespräche in Echtzeit über
die ganze Welt zu führen, ohne dafür auch nur einen einzigen
Euro-Cent bezahlen zu müssen. Zu Beginn der Skype-Software
mussten die Skype-Nutzer allerdings noch vor einem PC sitzen und
einen Headset mit Mikrofon tragen.
Innerhalb von nur zwei Jahren hatte sich allerdings eine Skype-Community
von mehreren Millionen Nutzern gebildet und die KaZaA-Gründer
Zennström und Friis konnten ihre neue Entwicklung für
sagenhafte 3,1 Milliarden US-Dollar an eBay verkaufen. eBay ist
mit Skype allerdings nicht glücklich geworden, denn der erhoffte
Boom, vor allem aus China blieb aus und eBay konnte nichts anderes
machen, als in den kommenden vier Jahren lediglich Verluste einzufahren.
Zwischenzeitlich hat eBay rund 65 Prozent der Anteile an Finanzinvestoren
verkauft.
Was geblieben ist, ist die Idee der IP-basierten Telefonate. Die
Telefondienstleister, vor allem die Netzbetreiber reagierten relativ
schnell und kopierten Voice-over-IP auf ihre Breitband-Netze. Heute
bietet jeder namhafte Breitband-Netzbetreiber auch Internet-Telefonie
an, und zwar in Form eines Komplettpaketes. Heutige Kunden erhalten
beispielsweise ein DSL-Komplettpaket bestehend aus einer DSL-Leitung
mit einer Geschwindigkeit von 3 MBit/s, einem Telefonanschluss für
IP-Telefonate und die Flatrates fürs Internet und für
Gespräche ins deutsche Festnetz für gerade einmal 20,00
Euro im Monat. Zum Vergleich: Noch zu Skype-Gründerzeiten hatte
ein ISDN-Kunde für seine ISDN-Leitung rund 24,00 Euro im Monat
zu bezahlen. Dazu kamen dann die Telefonate im kostenpflichtigen
Minutentakt zu 2,5 Cent/Minute, ein 1000er DSL-Anschluss für
rund 24,00 Euro sowie eine DSL-Flatrate für rund 16,00 Euro.
Gut und gerne hatte der durchschnittliche Telefonkunde mit einem
DSL-Internet-Anschluss eine monatliche Rechnung von bis zu 60,00
Euro und mehr im Monat.
Auch die Nutzung der Internet-Telefonate ist für den Endverbraucher
relativ einfach geworden. Spezielle Protokolle, Adapter und Server-Software
machen es möglich, dass der Endkunde noch nicht einmal seinen
Rechner angeschaltet haben muss um zu telefonieren. Ja er kann bei
Neuinstallation sogar sein altes Telefon behalten. Nachteil bei
der heutigen Internet-Telefonie: Durch die wechselnden IP-Adressen
vieler Kunden ist es nicht möglich, einen Notruf innerhalb
von Sekunden zum Ursprungsort zurück zu verfolgen.
Durch die Kombination von Telefon, Digitalkamera
und Breitband-Internet sind hinsichtlich der Kommunikation ganz
neue Möglichkeiten entstanden. Von kleinen Unternehmen bis
hin zu großen Konzernen, ja sogar öffentliche Medien
nutzen heute Videokonferenzen. Die Teilnehmer bleiben zu Hause und
können doch miteinander verhandeln. Die vormals großen
Zeitverluste durch Dienstreisen rund um unseren Globus bleiben aus.
Dies spart Zeit und vor allem sehr viel Geld.
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