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Voice over IP - Internet-Telefonie revolutioniert die Telekommunikation


Voice over IPAls im Jahre 2003 die Gründer des Peer-To-Peer-Netzwerkes "KaZaA" Niklas Zennström und Janus Friis ihr neuestes Projekt "Skype" vorstellten, entlockte dieses Programm den großen Telefonanbietern lediglich ein leichtes Lächeln. Die Software war lediglich für computerbegeisterte Freaks ausgelegt die sich gerne via Headset am PC mit einer Community unterhalten wollten, ähnlich wie der CB-Funk. Die Sprache der Gesprächsteilnehmer klang wie aus einer Blechdose und kein kommerzielles Geschäftsmodell war in Sicht, um diese Technik wirklich umzusetzen. IP-Telefonie über das Internet war noch in weiter Ferne, zumal die gängigen DSL-Breitband-Geschwindigkeiten gerade mal bei 1000, vielleicht bei maximal 2000 KBit/s lagen; viel zu gering um vernünftige Telefonate übers Internet führen zu können.


Doch nur innerhalb von nur zwei Jahren war die Skype-Community zu einer Gemeinschaft von mehreren Millionen Teilnehmern gewachsen; Gespräche in Echtzeit konnten weltweit zum Nulltarif geführt werden. Marketing Service Dienste taten ein übriges, um diesen neuen dienst publik zu machen. Das Online-Auktionshaus eBay meinte im Jahr 2005 das Potential von Skype und die Internet-Telefonie erkannt zu haben und kaufte im Spetember 2007 die Rechte von den Entwicklern Zennström und Friis für insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar ab. Ein Grund für den hohen Kaufpreis war auch, dass China sich für Skype öffnen wollte und hier rund 70 Millionen Skype interessierte Nutzer in den Startlöchern standen. China jedoch schob den Skype-Nutzern kurz nach Kauf durch eBay ein Riegel vor und das wirklich große Geschäft mit der Skype-Software blieb für eBay aus. Letzlich verkaufte eBay nach Verlustjahren 2009, 65 Prozent der Aktienanteile zum Preis von 1,9 Milliarden US-Dollar an die Investmentgesellschaft "Silver Lake".

Die Idee der Telefonate übers Internet war jedoch geboren. Telefoniert wird heute über die DSL-Leitung oder über Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsleitungen. So gut wie jedes Internet-Komplett-Paket beinhaltet zwischenzeitlich auch Internet-Telefonie, ohne dass der Kunde hierfür merklich mehr zu bezahlen hat. Die meisten Internet-Komplett-Pakete bestehen heute aus einem Breitband-Zugang, einem Telefon-Zugang sowie die dazu gehörigen Flatrates fürs uneingeschränkte Surfen im Internet und Telefonate (zu mindestens) ins deutsche Festnetz. Derartige Pakete werden heute (Stand 06/2010) gerade einmal 20,00 Euro im Monat angeboten.

kabellose TelefoneDie neue Internet-Telefonie hatte weitreichende Auswirkungen für die Telekommunikationsanbieter. Benötigte der telefonierfreudige Endverbraucher früher noch einen kostenpflichtigen Telefonanschluss und musste er die Gesprächsminuten noch teuer bezahlen, so ist heute ein herkömmlicher Telefonanschluss nicht mehr notwendig. Telefoniert werden kann über die vorhandene DSL- oder Breitband-Verbindung, die teuren Minutenpreise für Telefonate sind den günstigen VoIP-Flatrates gewichen. Wenn in den DSL-Paketen zumeist auch nur eine Voice-Flatrate fürs deutsche Festnetz integriert ist heißt das nicht, dass der moderne Kunde unbedingt mit einem kabelgebundenen Festnetz-Telefon telefonieren muss. Er kann über schön designte Telefone sogar von seinem Bett aus telefonieren, ohne Qualitätseinbußen befürchten zu müssen. Die Fernsehserie Dallas aus den 1980er Jahren mit den gelangweilt telefonierenden Schönheiten im Boxspring Bett, könnte man durchaus in die heutige Zeit übertragen; die Zeit der Ärgernisse mit Telefon-Kabelsalat gehört der Vergangenheit an. Die angebotene Technik ist heute so weit ausgereift, dass der Kunde so gut wie keinen Unterschied zu den altherkömmlichen Gesprächen mehr merkt. Er muss nicht unbedingt seinen PC angeschaltet haben um zu telefonieren, ja er kann sogar sein bisheriges Telefon behalten.

Unterschiede und Nachteile zu den herkömmlichen Verbindungen gibt es dennoch. Es heißt, die Internet-Telefonie ist nicht wirklich abhörsicher und viel schlimmer noch, Notrufe können dann nicht verfolgt werden, wenn der Hilfesuchende seine Adresse nicht nennen kann. Die Telefonate können durch die IP-Adresse nicht sofort einer eindeutigen Adresse zugeordnet werden, anders als bei den klassischen Telefonverbindungen.

Allgemein spricht man heute von Voice-over-IP, VoIP oder auch IP-Telefonie. Mit der stetigen Erweiterung der Hochgeschwindigkeitsnetzes ist die Internet-Telefonie heute zum gängigen Standard geworden.





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