VoIP-Funktionen einfach erklärt
Die
heutige Internet-Telefonie unterscheidet sich für den Endverbraucher
im Verhältnis zu den klassischen Telefonaten in keiner Weise.
Der Kunde meldet sein Telefon an oder um, behält seine bisherige
Telefonnummer und auch sein bisheriges Telefon, dann allerdings
als Internet Telefon.
Wesentlich geändert hat sich allerdings die Technik die hinter
diesen Verbindungen steckt. Wurde bisher über die herkömmliche
Telefonleitung via Analog oder ISDN telefoniert, so werden die Telefonverbindungen
heute über das Breitband-Internet realisiert. In den überwiegenden
Fällen der Haushalte wird ein DSL-Anschluss genutzt, die Internet-Telefonie
läuft lediglich über ein anderes Protokoll, man kann vereinfacht
auch sagen, über eine andere Frequenz innerhalb der DSL-Leitung.
Bei der Internet-Telefonie (auch Voice-over-IP oder VoIP genannt)
werden über die Internet-Leitung typische Informationen für
Sprache (und Steuerinformationen für den Verbindungsaufbau)
übertragen. Die Gespräche können sowohl über
einen Computer als auch über Telefon-Endgeräte geführt
werden. Eigentlich wäre für die Internet-Telefonie ein
auf IP-Telefonate
spezialisiertes Endgerät notwendig, doch zwischengeschaltete
Adapter ermöglichen heute die Gespräche über jedes
gängige Telefon.
Die herkömmlichen Telefonverbindungen werden auch heute (Stand
06/2010) noch angeboten und auch noch genutzt; vorwiegend von älteren
Menschen, die bisher keine Internet-Verbindung haben und sich sicher
auch keine Internet-Verbindung mehr zulegen werden. Dennoch ist
die Entwicklung der Internet-Telefonie nicht mehr aufzuhalten; die
herkömmlichen Telefonverbindungen werden mit der Zeit komplett
verschwunden sein.
Die Internet-Telefonie wird, wie gesagt, über die Internet-Verbindung
und somit über eine IP-Adresse realisiert. Da aber viele Endverbraucher
eine so genannte dynamische IP-Adresse nutzen (je nach Einwahl erhält
der Kunde eine neue IP-Adresse aus einem Pool von vorhandenen IP-Adressen),
übernimmt oft ein Vermittlungsdienst in Form eines Servers
die Zuordnung der Telefonate zum Endkunden. Sofern der Endkunde
eine feste IP-Adresse besitzt, kann man auf dem dazu gehörigen
Rechner auch einen so genannten Vermittlungsserver installieren
(lassen). Dies funktioniert dann oft über so genannte OpenSIPS
oder auch, bei kommerziellen Lösungen, über Partnernetze.
Im Unterschied zu den klassischen Telefonaten werden keine "dedizierten
Leitungen" durchgeschaltet; die Sprache wird bei VoIP digitalisiert
und in kleinen Daten-Paketen übermittelt.
Geographisch feste Anschlüsse, wie im klassischen Festnetz,
gibt es in rein IP-basierten Netzen nicht. Durch die (oft) wechselnde
IP-Adresse wird (vergleichbar wie Mobilfunk) durch eine vorangegangene
Authentifizierung des Angerufenen die momentane Verbindungsstelle
lokalisiert.
Das für VoIP am meist verbreitete Verbindungsprotokoll dürfte
"SIP" (Session Initiation Protocol) sein. Die SIP-Teilnehmer
besitzen eine so genannte SIP-Adresse, diese kann man sich wie eine
E-Mail-Adresse vorstellen. Die SIP-Endgeräte müssen sich
einmalig bei einem SIP-Registra-Server registrieren. Ist das entsprechende
Gerät eingerichtet, so sendet dieses Gerät bei Inanspruchnahme
eine Information an den Server; die Verbindung wird zur Zieladresse
weiter geleitet. In dieser Phase (der Anrufer hört im Internet Telefon lediglich einen Freiton), werden die, zur Verbindung,
notwendigen Informationen ausgetauscht; die Gesprächsteilnehmer
können dann ohne Inanspruchnahme der Verbindungsservers miteinander
kommunizieren.
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