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VoIP-Verbindungsaufbau und was man darüber wissen sollte


Voice VerbindungsaufbauVom Grundsatz ist es heute für den Endverbraucher egal, ob er nun übers herkömmliche Telefonnetz oder übers Internet telefoniert, er persönlich merkt davon nichts.


Wie bei klassischen Telefonverbindungen teilen sich auch die VoIP-Verbindungen in drei grundsätzliche Vorgänge auf, nämlich der eigentliche Verbindungsaufbau, die Übertragung der Gesprächsinformationen und der Verbindungsabbau. Im Unterschied zu den herkömmlichen Telefonaten werden aber keine dedizierten Leitungen geschaltet, sondern die Daten in kleine Datenpakete aufgeteilt und übermittelt.

Die Technik für VoIP ist im Vergleich zur herkömmlichen Telefonie wesentlich komplexer; bei VoIP werden wesentlich mehr Protokolle (verschiedene Standards für die Vermittlung und den Aufbau der Gespräche) angesprochen. So gibt es beispielsweise für den Rufauf- und Rufabbau eine spezielle Rufsteuerung. Für die Erreichbarkeit des Gesprächsempfängers wird ein Vermittlungsserver in Anspruch genommen, der die derzeit aktuelle IP-Adresse des Empfängers lokalisiert und autorisiert.

Die gängigsten Protokolle sind "SIP" (Session Initiation Protocol) IETF RFC 3261 bzw. "SIPS" (Session Initiation Protocoll over SSL) RFC 316. Wie bei anderen Standards auch, ist die Kompatibilität der einzelnen Spezifikationen alleine aber nicht gegeben. Vom Grundsatz her reicht SIP allerdings für den Einsatz im Bereich Voice-over-IP oder auch Videotelefonie aus.

Bei SIP erhält jeder Teilnehmer eine spezielle SIP-Adresse, ähnlich einer E-Mail-Adresse. Die Endgeräte werden einmalig konfiguriert und autorisiert. Die SIP-Verbindungen werden jeweils über einen Server hergestellt, danach wird die Verbindung direkt (also unter Umgehung des Servers) geschaltet. Zur Beendigung des Gespräches wird wieder ein Signal an den Verbindungsserver geschickt; die Verbindung wird ordnungsgemäß beendet.

Die meisten Dienstleister die SIP-Adressen anbieten ermöglichen dem Kunden auch das Telefonieren ins herkömmliche Telefonnetz. Hierdurch bietet sich für den jeweiligen SIP-Dienstleister die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Dies ermöglicht auch den Kontakt zu anderen SIP-Providern um eventuell deren Dienste in Anspruch nehmen zu können. Zumeist sind derartige Verbindungen kostenpflichtig, es gibt jedoch Vereinbarungen zwischen einzelne Dienstleister, die eine kostenfreie Inanspruchnahme der Verbindungen erlauben.

Mithilfe der "Telephone Number Mapping" (ENUM) kann man die VoIP-Nummern im Internet nachschlagen. Hierbei wird die jeweilige Rufnummer in umgekehrter Reihenfolge (Subdomain - Top Level Domain) mit Punkten versehen, die zwischen den einzelnen Ziffern stehen. Verlief die Registrierung und Auflistung dieser Nummern in der Vergangenheit noch relativ schleppend, laufen die Dienste durch die jetzt (Stand 06/2010) allgemein gültigen EU-Richtlinien mehr und mehr an. Bei den großen, kommerziellen, Anbietern stößt der öffentliche Ansatz allerdings immer noch auf Widerstand. Der Grund: Durch die Veröffentlichung der Nummern wird das automatische Auslesen und das Auslösen kostenloser Werbeanrufe relativ einfach gemacht. Außerdem befürchten die kommerziellen Telefonanbieter einen sehr großen wirtschaftlichen Schaden durch stetig sinkende Einnahmen.







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